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Vereinsgeschichte

Beginn des Abenteuers

 

Der Anfang im September 1927 war abenteuerlich: ein “Fußballplatz“, auf dem auch Reiter ihrem Sport nachgingen, an dessen Kante zum Wald hin, wie sich Heinz Brion, einer der Bornimer Fußballpioniere erinnert, zwei Kiefern standen, die man sich als Pfosten eines Tores vorstellen konnte. Wer weiß, wie es heute um den Bornimer Fußball bestellt wäre, wenn nicht der Vorsitzende eines Reitvereins ein Einsehen gehabt hätte.

 

Denn die damaligen Bornimer Freizeitkicker mussten ihren Platz mit dem dort ansässigen Reitverein teilen. Samstags wurde der unebene Sandplatz von Pferdehufen zerfurcht und am traditionellen Fußballsonntag stellten die Kicker die Tore auf und harkten den abschüssigen Platz. Doch im September 1927 sollte das ein Ende haben, der Vorsitzende des Reitvereins hatte Mitleid mit den ehrgeizigen Fußballern, teilte die Anlage auf und lud die Bornimer Fußballer in die benachbarte Gaststätte „Karl Bree“ zur Gründerversammlung des BSC Bornim ein. Die ersten Sportler, die sich in die Mitgliederlisten eintrugen waren Oberschüler, Kaufleute, Handwerker, Angestellte und Arbeiter.

 

Der erste Wettkampf am 23. Oktober 1927 trug internen Charakter: BSC I gegen BSC II. Er endete 10:4 und hatte insofern symbolträchtige Bedeutung, als durch die Jahrzehnte auf den verschiedenen Bornimer Sportplätzen überdurchschnittlich viel Tore geschossen werden - freilich auch eine große Anzahl auf der falschen Seite.

 

Ausgeschmückt wird der Platz heute von einem kleinen Trainingsplatz und der Vereinsgaststätte. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite steht der SG Bornim dazu noch ein Kunstrasenplatz, der 2007 eröffnet wurde, zur Verfügung. Eine ausgezeichnete Sportanlage, denkt sich der geneigte Amateurfussballer. "Vieles davon haben wir Hansi zu verdanken", sagte der ehemalige Präsident der SG, Kurt Leutloff. Mit "Hansi" ist Hans Jeserich gemeint. Er war von 2000 bis 2011 Präsident der SG Bornim. 

 

Jeserich und Leutloff stießen in den 60er Jahren zum Verein. Leutloff ist seit über 45 Jahren bereits Mitglied und Jeserich sogar seit über 50 Jahren. Seine Blütezeit als Aktive hatte das Duo in den 70er und 80er Jharen. Damals schaffte es der kleine Verein, sich über zwölf Spielzeiten in der Bezirksliga Potsdam zu halten - immerhin die dritthöchste Spielklasse der ehemaligen DDR. "Wir kamen damals alle aus dem eigenen Nachwuchs und hier wurde echt ordentlicher Fussball gespielt. Und das alles ohne großen Trägerbetrieb, also ohne großes Geld", schwärmt Ex-Präsident Jeserich. Dass die Bornimer sich damals so lange in der Bezirksliga halten konnten, bezeichnet Jeserich heute als "etwas Besonderes". Doch damals vernachlässigte die Sportgemeinschaft das, was sie so stark gemacht hatte: Die Jugendarbeit. Die 1. Mannschaft hatte ihren Zenit erreicht und musste 1984den Abstieg aus der Bezirksliga hinnehmen. 

 

Aufstieg in die Oberliga

 

Mit der Wende 1990 kam es auch zu einem raschen Wandel im Verein. Ein neuer Funktionärsstab, angeführt von den Präsidenten Schröder, später Schneider und Geschäftsführer Waibel, übernam das Zepter. Die neue Führungsriege versprach sofortigen Erfolg und lieferte diesen prompt: Zwischen 1991 und 1993 gelang der Durchmarsch von der Bezirksliga in die Verbandsliga Brandenburg. Direkt in der zweiten Saison ließ man dort die eigentlichen Aufstiegsfavoriten von Viktoria Frankfurt und Babelsberg 03 hinter sich und stieg in die Oberliga Nordost auf - der größte sportliche Erfolg in der Vereinsgeschichte. Drei Spielzeiten hielt sich die Sportgemeinschaft in der Oberliga, bis es 1998 wieder zurück in die Verbandsliga ging. 

 

Diese "Glanzzeit" löst bei den alt eingesessenen Bornimern Leutloff und Jeserich aber keine Jubelstürme aus. "Der Westen macht es uns vor, wir müssen es jetzt nachmachen, meinte der Vorstand damals immer - und hat uns so ins offene Messer laufen lassen", so Jeserich rückblickend. "Es wurde mit Geld um sich geworfen, das nicht da war. Sponsoren mit großen Versprechungen, die nicht gehalten werden konnte, tauchten genau auf wie Spieler, die nach einer Saison wieder das Weite suchten."

 

Plötzlich alle Spieler Weg

 

Im Jahr 1999 kam es dann zum Kollaps Der Verein konnte seine Verbindlichkeiten nicht mehr bezahlen und auf Grund der fehlenden emotionalen Bindung machten sich viele aus dem Staub. Am Ende des Jahres stand die erste Mannschaft da und musste sich aus der Verbandsliga Brandenburg zurückziehen. In den Folgejahren wurde man bis in die Kreisliga durchgereicht. Die Schuldigen, Präsident Schneider und Geschäftsführer Waibel waren längst abgetaucht, nur Jugendvorstand Marko Lepps war aus dem alten Vorstand übrig geblieben. Hans Jeserich als neuer Präsident, Marko Lepps als "Vize" und Burkhart Brosius als Geschäftsführer nahmen sich Ende 1999 dem Bornimer "Scherbenhaufen" an. Bei der Begutachtung der Bücher stellten sie fest, dass über die "fetten Jahre" knapp 160.000 DM an Schulden zusammen gekommen waren. Eine Auflösung der SG Bornim stand ernsthaft zur Debatte. Aber Hans Jeserich dachte nicht ans Aufgeben: "Wir haben uns dagegen entschieden und wollten versuchen da wieder rauszukommen" - und sie schafften es. 

 

Privat gebürgt

Allein die 20.000 DM beim Finanzamt beglichen Jeserich und Geschäftsführer Brosius mit einem Privatdarlehen. Für die restlichen Schulden schaffte es der Vorstand die 100 verbleibenden Mitglieder zu mobilisieren und den Vereins Zusammenhalt auf eine neue Stufe zu heben. Innerhalb von drei Jahren kamen knapp 20.000 DM an Spenden zusammen. Dazu gesellten sich Finanzspritzen von Altsponsoren, die Jeserich und Co. reaktivierten. Aber auch andere Gruppen und Akteure will Ex-Präsident Jeserich nicht vergessen wissen: " Uns war die Verwurzelung mit Bornim und der Stadt Potsdam immer sehr wichtig. Der Bürgerverein Bornim war genauso eine riesige Unterstützung wie der Stadtverordnete Rietz, die Beigeordneten für Sport und Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs - mit dem ich mittlerweile sogar per du bin." 

 

In der Saison 2008/09 war es dann endlich soweit - die SG Bornim schrieb wieder schwarze Zahlen. Neben der Entschuldung war es Jeserich und Co. aber auch gelungen, die Infrastruktur wieder auf Vordermann zu bringen sowie die Jugendarbeit anzukurbeln. Mit großen Erfolg: Die aktuelle 1. Mannschaft besteht fast nur aus ehemaligen Jugendspielern des Vereins. Kurzum: "Wir haben hier eine familiäre Atmosphäre. Eigentlich kennt jeder jeden", sagt ehemaliger Präsident Leutloff. 

1928 erfolgte die Fusion mit Schwarz-Weiß-Grün Universum Töplitz unter dem Namen „BSC Bornim Schwarz-Weiß-Grün“. 1929 waren bereits drei Männermannschaften, eine Jugend- und eine Schülermannschaft im Spielbetrieb. Im selben Jahr trug die Mannschaft erstmals Punktspiele aus.